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Berlinblues Eens & 08/fuffzich

Da trägt man heut’ noch Kohlesäcke,
bleibt’s dann noch kalt, gibt’s Kokain!
Im Hausflur geigt ein scheuer Zwerg,
und du kamst gerad vom Feuerwerk;
von dem spontanen, um die Ecke:
Ja, ja – Berlin!

Im Ritz gibt’s Sekt, im Grill gibt’s Schaben,
bald ist's saukalt, bald heiß des nachts.
Dir paukt ein Punk ’nen Liebesschwur
auf einem Waschbrett mit Gravur –
Berlin ist sexy und zu haben!
Hör hin – gerad lacht’s.

Den Prenz’lberg, den gab es einmal
als einz’ges, großes, graues Haus.
Jetzt steht’s im Neonlicht für Geld:
Die grauen Häuser sind verwelkt!
Wie ein Piratenschiff sticht manchmal
eins noch raus ...

Hier geh’n die Jahreszeiten schneller,
die S-Bahn fährt ins Abendrot.
Die Suppenküch’ macht wieder auf,
womöglich stehn wir bald zuhauf
für einen knapp befüllten Teller
da, für Brot.

Vom Sekt im Pömps gibt’s hier kein’Kater,
am Kotti wohnt die Drogenszene.
Dann gibt’s ein Haus mit gläs’ner Glocke,
und einer schwarz-rot-güldenen Socke –
das Reichstag-Kasperletheater:
Auch das – Berlin.

Hab ich geraunt, schriest du schon wild!
Hab dich bespuckt, hast mich bepisst!
So dann – mein Schatz – bist wohl mein Fetisch,
romantischer als zynisch geht nicht ...
Ich läch’le sanft jetzt und du mild -
sei, wie du bist!