<<< Dings hat AIDS

Kurz vor Vollmond

Sommer: In der Luft drängelt und spiegelt sich die Welt. Schwere Welt. Und auch weiter innen und noch weiter außen drängeln sich Welten. Welt... Welt... Versteckte Welt. Versteckt am liebsten, immer. Und auch heute am liebsten versteckt.
Längst ist es abgemachte Sache, dass niemand das Unheil noch abwenden könnte. Dabei ist das Restaurant gefüllt, und weiter hinten dampft der See.
Noch sitzen sie da, mit ihrem Gespann.  Die Südfranzosen mit ihren Gästen. Fressen ihre  Würste vom Teller und kaufen grunzenden Kindern umständlich Eis.
Die älteren Kinder streifen dabei schon mit plumpen Gesichtern durch Wege und schlampig beleuchtete Straßen. Schwitzen frühen Samen dabei aus, Urin und auch den Saft aus Scheiden:  säuerliche Sonnenmilch und Spucke.
In der Sommerluft im Süden, da drängelt sich die Welt.
Sie zischen und jaulen. Gedemütigte Hunde. Sie wissen nicht genau, warum sie, gerade sie,  mit aufgestellten Lefzen plötzlich ohne eine Erklärung in Mauerecken hocken sollten. Sie wissen nicht, wer es verfügen kann, dass einige von ihnen töten werden, heute oder etwas später.
Vorerst aber werfen sie den Fledermäusen Steinchen hinterher. Kratzen ihre Zeichen in abgestellte Autos und spucken grinsend vor den Sippenfremden auf den Boden. Hingerissen, entzündet und ohnmächtig von einer mächtig unbeherrschten  Kraft.

 

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