<<< Über die Grenze rüber

Liebelei en passant

Dünngliedrig und verstiegen, die Zwirne –
und überall werden Netze gesponnen.
Vielleicht greift etwas Geheimes aus alten Treppenhaus-Wänden,
mir nach,
hinter jedem meiner Schritte eine Verschwörung,
vielleicht aber schlafe ich nur.

Dichte Rauchadern sind morgens in die Luft geschnitten, im Winter,
allerorten steigende Milch und in den Straßen:
Zeichen und Zahlen.

Alles ist „Wieder“: Erwartung und diese Gedanken wie zerworrene Strähnen,
der Wind und verdorbene Mägen.
Wie grüß ich euch heute?
Vielleicht geht der Rauch ja womöglich geordnete Bahnen diesmal,
bildet Dreiecke aus – vertraute Formen, oder Gesichter;
oder er trägt mich durch das bunte Fenstermosaik im Treppenhaus,
wer kann das wissen ...

Stattdessen werden wie immer Türen geöffnet: Zusammengerechnete Gestalten,
rotierende Masken und alles wird scheinbar hydraulisch bewegt.
Schlafend erkenne ich die guten Worte.
Aus der Ferne beobachte ich deine Schritte, danke dir flüchtig jede Welle und
reise.

Schließlich ist Winterszeit! Schließlich qualmt es aus Dächern und schließlich verballen sich die Gestirne eben zuweilen ganz gerne! Leuchten durch Wände und Ziegel, leuchten und werden zu einer Erscheinung dann, leuchten und funkeln übermächtig schon herein.
Wie jeder hier webe ich Zwirn. Klopfe mir Rauch aus den Gliedern und auch deinen Frühling. Atme Qualm, kratze Zeichen in die Wand, webe meinen Zwirn, du gute Frau, halt nur kurz still, dann webe ich mich vorsichtig an dir vorbei.

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