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Zeitgemäße Hysterie

Meine Freundin Mone ist nicht
nah und ist nicht fern.
Steht mit einem Fuß in Morgen- und
‘nem anderen in Abendländern.
Mone ist mir unerträglich-
und ich habe sie sehr gern:
Mauerblümchen mit zerfransten
Blättchen an den Blütenrändern.

Manchmal, wenn sie lächelt
wirkt sie hölzern, wie auf Stelzen,
weitet ihre nackten Augen,
die aus tiefen Kuhlen stieren.
Manchmal will sie sich in einem
Scherbenhaufen wälzen –
um sich rote Netze auf den
Arm zu tätowieren.

Noch im selben Herst wird
sie es plötzlich unwahr finden,
wie wir beieinander lagen,
zwischen Wein und Stachelbeeren.
Denn nur solche Menschen – sagt sie –
könnten sich verbinden,
die auch mit der Welt um sich
herum verbunden wären.

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