Don Juan geht schlafen

Die Nacht, nach dem Fest, kommt mit Ruhe daher-
ganz ohne das Bier oder teuren Absinth.
Und zuhause bemerkst du, so ganz nebenher,
dass die Füße mit Schuhen zurechtgestutzt sind.

Die Schuhe, unmerklich noch gerad im Gewühl,
hängen schwer unterm Bein jetzt, das nicht mehr gern geht.
Und es scheint, als hätt jemand dies Fuß-Druck-Gefühl,
wie‘nen Licht mit’nem Dimmer was heller gedreht.

Doch du weißt ja: Kamst grad von der Fete herein,
gammelst jetzt in der Küche, zählst schmutzige Tassen,
oder du hast dich in’s Sofa fallen gelassen
und pfeifst dir die Schaumstofftapeten rein:

Das Muster sieht aus, wie zerklüftetes Land,
deinem Blick hast du Phantastereien erlaubt,
und die Bierflasche, die auf dem Boden verstaubt,
wirft’nen bauchigen Schatten gegen die Wand.

Musikfetzen schrill in den Ohren verklingen,
das Mädchen stand da und hat seltsam gelacht,
dieses Mal konntest  du keine Siege erringen.
Na gut, denkst du müde, dann nächste Nacht!

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