November 2008

02.11.08 - Erneute Listung bei Expecting Rain
"HIER KOMMT DER NEO-BEAT - Stories from the street"

 

August 2008

 

Pressemitteilung zum Auftritt am 30.10.08 im Museum Kesselhaus Berlin

download von flyer und Plakat zum Auftritt

Juli 2008

Sonnabend, 12.07.08. Expecting Rain listet „Teutonischer Memphis-Blues“, von Ben Herbst, eine Hommage an Bob Dylans „Stuck Inside of Mobile with the Memphis Blues Again“
Das Versmaß, insbesondere im Refrain, ist an das Original angelehnt, der Inhalt hingegen nimmt Bezug auf die gegenwärtigen Verhältnisse in Deutschland. Insbesondere bei der Aufklärung des Mordes an dem sogenannten „Stadtstreicher“ Hans-Dieter Schendler wird um Mithilfe gebeten.

 

Juli 2008
Live - Literaturperformance mit BudZillus - Info und flyer-download hier
 

Juni 2008

Der neue flyer von Ben Herbst

Juni 2008

Am Freitag, den 20.06.08 wurde www.ben-herbst.de unter der Überschrift

german: Neo-Beat Manifest (Ben Herbst) das erste Mal bei expecting rain, DEM täglich aktualisierten Zentralorgan für alles rund um Bob Dylan gelistet.

www.bobdylan.com –> links – www.expectingrain.com – (Freitag, 20.06.08) – german: Neo-Beat Manifest (Ben Herbst)

 

Februar 2008

„Es gibt zuwenig PUNK-ROCK in der DEUTSCHEN LITERATUR! – Hier kommt die NEO-BEAT-GENERATION“

Interview mit Ben Herbst am 16.05.2008

Nach der Lesung aus seinem Roman „Timo Sandale: Oder wie man eine Stadt austrinkt“.

- von Holger Bendt -

Bendt: „Herr Herbst, auf der Lesung, bei der nachfolgenden Diskussionsrunde, wurde Ihre Literatur von einer Frau mit der von Charles Bukowski verglichen, was halten Sie von solchen Vergleichen?“

HERBST: „Gar nichts! Aber es wundert mich nicht, wenn man von solchen Leuten ständig mit Bukowski, oder sogar schon mal mit T. C. Boyle (Herbst lacht amüsiert) verglichen wird: Die kennen auf dem gleichen Sektor halt nichts anderes, obwohl der NEO-BEAT, dem ich mich sehr verpflichtet fühle, natürlich in der Tradition von Künstlern steht, die weit über Bukowski hinausreichen. Nehmen Sie nur mal die  Sechziger-, Siebziger Jahre, die jetzt gerade ja auch, durch dieses 68er Jubiläum, wieder sehr populär sind. Schauen Sie, zu dieser Zeit zum Beispiel gab es in Deutschland etwa schon Jörg Fauser, ein deutscher Schriftsteller, über den Charles Bukowski gesagt hat, dieser Mann wäre ja wohl mehr Bukowski als er selber, ich will damit sagen: Es gab also immer schon Menschen, die in den letzten vierzig Jahren mit Bukowski verglichen wurden, offenbar hört bei vielen Lesern Milieu-Literatur, oder nennen Sie es meinetwegen zeitgenössischer Realismus, einfach bei Bukowski auf, tja ... (Herbst dreht sich eine Zigarette)
..was soll man da sagen?“ (Herbst grinst und raucht)

Bendt: „Sie bezeichnen Ihren Literaturstil ja selber als NEO-BEAT, was genau muss man sich darunter vorstellen?“

HERBST: „Na ja, da NEO-BEAT, oder jedenfalls sehe ich NEO-BEAT so, – ich habe ja bisher als einziger Autor ein deutsches Manifest des Neo-Beat geschrieben und auf meiner Homepage veröffentlich –, ein Stil ist, der sehr verwoben ist mit den unterschiedlichsten, gesellschaftlichen und kulturellen Einflüssen der letzten Jahrzehnte, muss man da schon etwas weiter ausholen, um im Einzelnen sagen zu können, was NEO-BEAT überhaupt ist. Aber das macht diese neue Bewegung ja auch so interessant und irgendwie zeitlos.“

Bendt: „Augenscheinlich sind da am Anfang zunächst mal die „Beatniks“ mit Jack Kerouac, Allen Ginsberg oder Herbert Huncke ...“

HERBST: „Genau, Huncke hat den Begriff „beat“ Ende der 1940er Jahre geprägt, für eine etwas „müde“, „heruntergekommene“ Bagage, wo sich natürlich gleich alle Penner, aber auch Künstler und Intellektuelle angesprochen gefühlt haben. Viele hatten ja kaum was, standen irgendwo neben der „lost generation“, die den Zweiten Weltkrieg erlebt hat. Und ein Credo von Jack Kerouac war folgerichtig: „Mir gehört alles, denn ich bin arm!“ In Deutschland kam dann allerdings irgendwann auch noch Adorno angeschrappt, um zu verkünden, dass man nach Auschwitz kein deutsches Gedicht mehr schreiben könnte. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis sich die deutsche Literatur mit Ingeborg Bachmann, der Gruppe 47, oder mit Böll und Konsorten von diesem Stigma erholt hat. Während sich lange schon, beispielsweise in den USA, einem Land mit einer ganz herausragenden, zeitgenössischen Erzählkultur, eine ganze Bande von Bukowski-Typen in der Literaturszene tummelt, weil sich die Literatur außerhalb Deutschlands einfach zeitgemäß weiterentwickelt hat. Hierzulande ist hingegen immer noch einiges von diesem Stigma-Quatsch beeinflusst und kommt dann leider allzu häufig, um mit Hannes Wader zu sprechen, als sado-poetisches Geseier daher. Diese Kollegen operieren sich immer noch voller Stolz selber die Seele heraus und kleben diese unsägliche „political correctness“ an deren Stelle. Oder sie wissen womöglich noch nicht mal bewusst etwas von diesem Frondienst, nicht gerade förderlich, meine ich, um gute Bücher zu schreiben. Aber ich könnte mir vorstellen, dass gerade heutzutage verstärkt die Studenten als Neo-Beat-Vertreter in Frage kommen könnten. Ich meine, spätestens angesichts der aktuellen Armutsstudie ist es ein Armutszeugnis für die heutige Studentenschaft, sich nicht verstärkt politisch zu engagieren, mit den Studiengebühren betrifft es sie ja nun unmittelbar selber, da könnte NEO-BEAT als künstlerisches Ausdrucksmittel gerade richtig kommen, und 40 Jahre 1968 feiern wir – wie gesagt – ja auch gerade, das würde doch passen. (Herbst lächelt und raucht)

Bendt: „Also ist der NEO-BEAT“ eine politische Richtung?“

HERBST: „So weit würde ich nicht gehen! NEO-BEAT ist zwar mit Politik verwoben, aber auch ganz stark mit Musik. Wenn wir uns etwa mit Bob Dylan einen späten Zeitgenossen der Beatniks ansehen, der hat mit „Subterranean Homesick-Blues“ eine Novelle von Jack Kerouac aufgegriffen, der ja seinerseits damals mit seinem Roman „On the Road“ den Begriff BEAT-GENERATION geprägt hat. Dylans großes Vorbild hingegen war Woody Guthrie, ein linker Songschreiber und Journalist, da hätten wir dann also ein Indiz dafür, dass NEO-BEAT auf jeden Fall eher links sein muss. Und wenn man sich vergegenwärtigt, dass es nach der gerade eben verrenteten Generation, Jahrgang 40, für alle später Geborenen ökonomisch nur noch bergab geht, dann bekommt Kerouacs Äußerung „Wir sind eine geschlagene Generation“ plötzlich eine brandaktuelle Dimension. Ja, die heute um die 30 jährigen und leider auch alle danach, bisher zumindest, sind tatsächlich geschlagen. Von wegen „Generation Golf“, das ist ja wohl lachhaft, „Generation Gammel“ wär wohl passeneder. „Generation Golf“, aber mal ernsthaft jetzt, – das ist doch wohl eine Weltsicht reicher, verhätschelter Bürschchen.

Bendt: „In Ihren Geschichten geht es ja oft um ziemlich herunter gekommene Typen, ganz im Sinne von Hunckes Definition von „beat“, wie sie sagten. Sie kommen aber selber ganz anders daher: Ganz klassisch mit Sacco und weißem Hemd und ...“

HERBST: „... nüchtern?! (Herbst lacht) Da kommt mir ein Zitat von einem befreundeten Dichter in den Sinn, der sagte einmal halbironisch in Bezug auf Punk: „Nirgendwo steht geschrieben, dass Anarchisten stinken müssen!“ Aber jetzt mal im Ernst: Worauf Sie anspielen ist ja in der Tat ein allgemeines Künstlerproblem, die richtige Balance zu finden zwischen dem apollinischen und dem dionysischem Prinzip, den beiden Widerparts, zwischen denen man sich als Künstler – laut Nietzsche – orientieren muss. Dionysos steht für Ausschweifung, von denen Sie – da haben Sie recht – in meinen Geschichten so einige finden, Apollon hingegen für Ordnung. Grundsätzlich gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass Ihnen der Unterschied zwischen lyrischem Ich und Autor bekannt ist. Das, was sie bei mir privat an dionysischen Tendenzen entdecken würden, ist sicher ungeeignet, um eins zu eins in einer meiner Storys abgehandelt zu werden. Aber wenn Sie meinen Aufzug ordentlich finden, hat das bei mir ja wohl offenbar gut geklappt heute – das mit der Balance – (Herbst lacht), aber manchmal kann ich natürlich auch aussehen wie eine alte Schlampe, das mach ich immer frei nach Aktenlage, wissen Sie?“ (Er grinst)

Bendt: „Jack Kerouac hat ja seinen Stil als literarische Antwort auf Jazz bezeichnet und manche seiner Lesungen mit musikalischer Untermalung gestaltet, wovon lassen Sie sich beeinflussen?“

HERBST: „Ich? (lacht) Von allem natürlich, alles hier beeinflusst dich irgendwie, die ganze Werbung überall, das Fernsehen, aber ich lasse mich gerne beeinflussen von allem, was gut ist, literarisch variiert das Interesse da immer, musikalisch auch, aber grundsätzlich wichtig für den NEO-BEAT sind natürlich die Beatniks und die klassische Folk-Bewegung und umso mehr die „Neo-Beatniks“ selber, die sich stark aus der immer noch sehr starken Punkszene ansprechen lassen. Neo-Folk, das ist ja auch ein starker Ansatz, der irgendwann mal aus der Punkszene hervorgegangen ist. Wie Kerouac mit seinem Jazz könnte ich mir heute etwa Abende vorstellen, an denen literarische Lesungen mit Punkrock kombiniert werden, oder mit ernstzunehmenden deutschen Bands, die dem Punkrock sehr verbunden sind, wie etwa ‚Tocotronic’ oder ‚Element of Crime’ und natürlich ‚Einstürzende Neubauten’’“.

Bendt: „Deshalb spielt der „Punk“ als solches in ihren Geschichten auch eine so große Rolle?“

HERBST: „Genau. Deshalb lautet mein Slogan: ES GIBT ZUWENIG PUNKROCK IN DER LITERATUR: HIER KOMMT DIE NEO-BEAT-GENERATION!“

News

 

 

 

Home